Emotion and Motion
Sabine Flach, Jan Söffner
2008-2010
Anhand der Analyse der Bewegungen des Körpers und der je spezifischen Medialität (Literatur, Video, Film, Musik, Tanz, Theatralität) lässt sich ein Begriff der Artikulation von Emotionen herausarbeiten, der weder auf technische Medien noch auf Medien des Ausdrucks zu reduzieren ist. Vielmehr geht es darum, Emotionen in Bezug auf Zeitlichkeiten und Topographien eines ‚Zwischen‘ zu denken. In Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichem Wissen und kulturell-historischen Codierungen von Emotionen artikulieren künstlerische und literarische Inszenierungen das Verhältnis von Innen/ Außen als eine wechselseitige Bedingtheit und loten Emotionen in Bezug auf Bildlichkeit, Musikalität und Körperlichkeit aus, wobei der Index der Bewegung konstitutiv eingetragen ist. Emotionalität wird dabei nicht als innerlich-subjektives Geschehen verstanden, sondern als eine Körpererfahrung, der Sinn und Bedeutung immanent sind. Die Forschungen konzentrieren sich auf exemplarische Untersuchungen zur frühneuzeitlichen Festkultur und zur spezifischen Medialität der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst; im Zentrum des gemeinsamen Interesses stehen Fragen zur Emotionsmodellierung und zu den Kehrseiten der Kognition, hier insbesondere die Aspekte Dämmerung und Langeweile.